Diakon Frank Greulich informiert zur Hospizgruppe Hardheim
In unserer Seelsorgeeinheit haben mehr als ein Dutzend Personen bei der "Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (Abkürzung "IGSL" ihre Ausbildung als Hospizhelfer abgeschlossen und von dort ein Zertifikat erhalten, bzw. sie werden am 24. November 2005 um 18.00 Uhr, während eines ökumenischen Gottesdienstes in Walldürn ihre Urkunde erhalten. Den Gottesdienst wird Stadtpfarrer Pater Franz Klein und der evagelische Dekan Krauth zelebrieren.
Haben Sie Angst davor einen Sterbenden zu begleiten?
Die meisten von Ihnen hatten im Laufe ihres Lebens Begegnungen mit Sterbenden. Nicht wenige sind unsicher und haben Angst sich mit dem Tod befassen zu müssen. Oft sind es die nächsten Angehörigen, die mit großer Hingabe ihre Kranken und Sterbenden pflegen, ohne an die persönlichen Bedürfnisse zu denken. Hier will die Hospizbewegung den Betroffenen Hilfe anbieten.
Hospiz, was ist das?
Wenn man Menschen fragt, was sie unter Hospiz verstehen, erinnern sich die meisten an einen Film, den sie im Fernsehen gesehen haben und der Sterbende in einem Hospiz, einem Haus für Sterbende zeigte. Hier werden Personen in ihren letzten Tagen verpflegt und erhalten die nötige Schmerzmedizin. Die Hospizgruppen in unserem Raum haben kein Haus als Hospiz.
Was tut eine Hospizgruppe in der Seelsorgeeinheit Hardheim?
Bei der Hardheimer Hospizgruppe geht es um eine ehrenamtliche, ambulante Betreuung, die sowohl in einem Alten- und Pflegeheim, als auch zuhause in ihren eigenen vier Wänden geschehen kann.
Voraussetzung ist,
dass die Angehörigen dies wünschen und mit der Einsatzleitung der hiesigen Hospizbewegung sprechen.
Die Ansprechpartner sind:
Für den Lebensbeistand und die Sterbebegleitung:
Agnes Ullrich, Steinfurt, Telefon 09345 / 512
Diakon Franz Greulich, Hardheim, Telefon 06283 / 8676
Für die Begleitung in der Trauer:
Sr. Gisela Horn, Külsheim 09345 / 1726
Artikel in Pfarrblatt vom 19.11.2005
Hospizgruppe Hardheim
Seit sechs Jahren existiert in
Hardheim die Hospizgruppe, die
es sich zur Aufgabe gemacht hat,
den Schwerkranken, Sterbenden
und ihren Angehörigen hilfreich
zur Seite zu stehen. Um diese
Aufgabe gerecht zu werden, wurden
alle Hospizmitarbeiter von
der „Internationalen Gesellschaft
für Sterbebeistand und Lebensbegleitung“
ausgebildet. Neben
der theoretischen Ausbildung an
sechs Wochenenden war
auch ein Praktikum zu absolvieren,
das im Krankenhaus, einem
Pflegeheim, oder bei einem ambulanten
Pflegedienst abzuleisten
war. Nachdem in Hardheim
zwölf Mitarbeiter das Zertifikat
erworben hatten, stellte sich
die Frage, sollte man sich der
Walldürner Gruppe anschließen,
oder einen eigenen Verein bilden.
Nach einigen Beratungen
und unter der Mithilfe der IGSLHospizgruppe
Walldürn reifte der
Entschluss die Hospizgruppe
Hardheim zu gründen und sie
dem „Verein Dienst am Nächsten“
anzugliedern. Dies lag nahe,
weil dieser Verein die Besuchsdienste
in den Pflegeheimen, in
der Tagespflege und im Krankenhaus
Hardheim organisiert.
Zurzeit zählt die Hospizgruppe
acht aktive Mitglieder, die sich
immer wieder durch angebotene
Vorträge und Schulungen fortbilden.
Alle Dienste werden ehrenamtlich
ausgeführt. Es gibt keine
Rechnungen, Gebühren oder
Entgelte. Absolute Diskretion
ist die Grundvoraussetzung um
als Hospizmitarbeiter tätig werden
zu können. Am Beginn einer
Begleitung steht immer ein Gespräch
zwischen einem Hospizhelfer,
dem Kranken und den Angehörigen.
Als Ansprechpartner
stehen Agnes Ullrich Tel. 0 93 45 /
5 12 und Diakon Greulich Tel.
0 62 83 / 86 76 zur Verfügung.
Die Hospizgruppe führt keine
Pflege durch und ersetzt keine
Haushalthilfe. Ihre Aufgabe ist
es vielmehr einfach „da zu sein“,
vielleicht etwas vorzulesen, zu
schweigen, auf Wunsch mit dem
Kranken zu beten und ihm persönliche
Nähe zuteil werden zu
lassen. Dabei spielt es keine Rolle,
welcher Religion oder Weltanschauung
der zu Betreuende
angehört. Jeder darf so sein, wie
er ist. Da auch die Zeit der ehrenamtlichen
Hospizmitarbeiter
begrenzt ist, werden Absprachen
mit den Angehörigen getroffen.
Bis jetzt haben ca. 50 Familien
die Dienste der Hospizgruppe
dankbar angenommen.
Mit dem spezialisierten ambulanten
Palliativdienst „Palldomo“,
der sich den Schmerzpatienten
widmet, hat die Hospizgruppe
einen Kooperationsvertrag geschlossen.
Patienten mit einer
fortgeschrittenen unheilbaren
Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung
werden durch
diese Einrichtung von Schmerz-,
Ergo und Physiotherapeuten,
Seelsorgern und den Hospizdiensten
begleitet. Gisela Horn
und Conny Benig haben eine
Zusatzausbildung in Trauerbegleitung
absolviert. Zusammen
mit Eva Burgunde Wildner wurde
in Hardheim und Walldürn ein
Trauercafé eröffnet, an dem man
sich ohne Anmeldung beteiligen
kann. In Hardheim trifft man
sich im ehemaligen Schwestern-
Refektorium im Krankenhaus.
Dieses ist über einen separaten
Eingang auf der Rückseite des
Krankenhauses zu erreichen. Die
Termine in Hardheim sind jeweils
montags, 8. August, 12. September,
10 Oktober, 14. November
und 12. Dezember.
In Walldürn trifft man sich mittwochs
im Geriatriezentrum am
24. August, 28. September, 26.
Oktober, 23. November und am
28. Dezember 2011.
Unser Bild zeigt die Hardheimer
Hospizgruppe vor dem Krankenhauseingang.
Von links nach
rechts: Franz Greulich, Regina
Franke, Andrea Haas, Gisela
Ewen, Rita Herberich, Agnes Ullrich
und Irmgard Farrenkopf.
Text: Franz Greulich